Mondkind

Der Mond steht hoch und sein helles Licht erleuchtet das kleine Wäldchen. Ich sitze mitten auf der Straße und genieße die Stille. Meine liebste Zeit des Tages. Wenn der Mond ganz hell leuchtet und hoch oben steht, dann krieche ich aus meinem Loch – dann kommt das Mondkind in mir hervor. Ich suche mir dann gerne ruhige Stellen, wo kaum ein Mensch unterwegs ist, wo man keine Autogeräusche hört und wo man nur die Natur um einen herum hat. Die Sonne ist dann meist schon untergegangen und die Luft so rein und still, so wie ich es liebe. Am besten geeignet sind Sommerabende. Dann ist es nämlich noch warm und wenn man ganz viel Glück hat, sind kaum Wolken am Himmel.

Solche Abende sind selten, genauso selten wie Zeit für sich allein zu haben. Deshalb genieße ich solche Mondkindabende sehr. Man ist ganz allein für sich, keiner stört einen und man hat mal Zeit zum durch schnaufen und nachdenken. Manche Menschen denken dann immer – Oha, was ist denn mit ihr los? Sie muss nachdenken? Oh oh… – aber nachdenken heißt doch nicht immer gleich, dass etwas nicht stimmt. Man denkt doch nicht immer über die schlechten Sachen im Leben nach, vor allem nicht an solch schönen Abenden. Da denke ich lieber über schöne Sachen nach. Wie schön es ist Familie und Freunde zu haben, wie toll es ist auf der Welt zu sein und jeden Tag aufs Neue erleben zu dürfen. Ich glaube, ich als Mondkind, werde da ein wenig vom Mond angeregt.

Ich finde er hat etwas mystisches und unnahbares. Er ist so weit weg und trotzdem zeigt er sich uns manchmal zum greifen nahe. Er zieht seine Runden um die Erde, so als ob er uns beschützen wollen würde. Und ab und zu zeigt er uns sogar sein lächelndes Gesicht. Ich ziehe den Mond der Sonne vor. Abends ist es einfach schöner, ruhiger und naturverbundener. Die Mondkinder unter euch wissen wovon ich spreche. Wenn ihr kein Mondkind seid und mal Ruhe braucht, probiert es einfach mal aus.

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